Ostern in Griechenland | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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In den ersten christlichen Gemeinden hat es zunächst viel Streit um den Ostertermin gegeben. Deshalb wurde im Jahre 325 n. Chr. in Nicäa beim 1. Konzil der Christenheit eine Osterregel festgelegt:
Diese einfache Regel ist jedoch nicht leicht in die Tat umzusetzen, weil die Umlaufzeiten des Mondes um die Erde, sowie der Erde um die Sonne nicht in einem einfachen Zahlenverhältnis zueinander stehen: 1 tropisches Jahr = 365,25219 Tage Die angegebene Umlaufzeit für den Mond ist zudem nur ein mittlerer Wert, der aktuelle Wert kann um bis zu ± 0.25 Tage davon abweichen. Da diese Einzelheiten zu jener Zeit noch nicht so genau bekannt waren, wurde der Ostertermin mit einer vereinfachten Rechenregel, dem "computus paschalis", bestimmt. Zunächst wird mit einem 19-jährigen Mondzyklus (19 Jahre : 235 Monate), 19 x 365,25 = 6939.75 den der Grieche Meton bereits 433 v.Chr. erkannt hatte, das Datum für den Frühlingsvollmond (Ostergrenze) berechnet. Mit dem 28-jährigen Sonnenzyklus (4 x 7, Wiederholung der Wochentage am gleichen Datum) erhält man dann den darauf folgenden Sonntag. Für den Julianischen Kalender ergibt sich daraus auch, dass die Folge der Ostertermine eine von Periodenlänge 28 x 19 = 532 Jahren hat.
359 n. Chr., also 34 Jahre nach dem Konzil von Nicäa, wird unter dem Patriarchen Hillel II. von Tiberias der jüdische Kalender geregelt. Für den mittleren synodischen Monat war bereits ein sehr genauer Wert bekannt. 545 n. Chr. wurde von Dionysius Exiguus die Christliche Ära, Zeitrechnung ab Christi Geburt, eingeführt, dann wurde 681 n. Chr. auf dem Konzil von Konstantinopel die Byzantinische Weltära beschlossen: (5509 W.Ä. <=> 1 n. Chr.). Diese Festsetzungen wirken sich auf die Sonnen- und Mondzyklen aus. 1054 n. Chr. erfolgte dann die Trennung (Schisma) der Ostkirche (Konstantinopel) von der Westkirche (Rom). Damit war auch eine Trennung der Festrechnung trotz der prinzipiell identischen Grundidee unausweichlich, weil jegliche Neuerungen von der jeweils anderen Seite nicht akzeptiert werden konnten. Wesentliche Neuerungen ergaben sich, als unter Papst Gregor XIII. schließlich nach einer Reihe vorangegangener Anläufe am 24.2.1582 der Julianische Kalender reformiert wurde. Dabei wurde auch die Osterregel durch zwei Zusätze ergänzt:
Insbesondere wurde nun eine verbesserte Methode zur Berechnung des Frühlingsvollmondes vorgeschrieben. Statt der Mondzyklen wurde das Mondalter am Jahresanfang (Mond-Epakte) benutzt. Diese Reform konnte von der Ostkirche nicht übernommen werden, weil es bei diesem Berechnungsverfahren eintreten kann, dass das jüdische Pessahfest nach dem christlichen Osterfest zu liegen kommt. Dies begründet im Wesentlichen die unterschiedlichen Termine für das Osterfest in beiden Kirchen. Die beiden Termine unterscheiden sich um 0, 1, 4, 5 Wochen, wobei das orthodoxe Osterfest immer später liegt. Erst mit dem Datumssprung 9. März auf den 23. März 1924 erfolgte in Griechenland der Wechsel vom Julianischen auf den Neu-Julianischen Kalender mit einer verbesserten Schaltregel, die jedoch erst im Jahr 2800 zu Abweichungen vom Gregorianischen Kalender führt. Das Datum des ersten Vollmondes im Frühling wird jedoch weiterhin mit Hilfe der einfachen Theorie bestimmt und zwar zunächst für den Julianischen Kalender. Das Ergebnis wird dann in den Neu-Julianischen Kalender umgerechnet. Wenn dann ein Termin im Mai resultiert, ist das offenbar bereits nach dem zweiten Frühlingsvollmond, aber eben nach dem jüdischen Pessahfest.
In der Zeit von 1700-1777 wurde von den Protestanten das Datum des Frühlingsvollmondes astronomisch berechnet, was in einigen Jahren unterschiedliche Ostertermine zur Folge hatte. Kepler selbst sah das sehr gelassen, sein Kommentar: "Ostern ist ein Fest und kein Stern!". C. F. Gauß (1777-1855) hat schließlich einen Algorithmus für den Ostertermin im Gregorianischen Kalender angegeben, mit dem die etwas komplizierte Berechnung der Mond-Epakten vermieden wird. Die Ostertermine für die Zeit vor 1582 können damit ebenso berechnet werden wie - mit abgeänderten Konstanten - die Daten für das Osterfest der orthodoxen Kirche. Manfred Hüttig |
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Ostertermine bis 2040 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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